Kunst und Künstler der Bernsteinbäder Usedom

Die etwas andere „Foto-Wanderausstellung“

Wir laden Sie zu einer bildlichen Reise in die Bernsteinbäder Usedoms – Zempin, Koserow, Loddin und Ückeritz ein. Entdecken Sie die Vielfalt der Seebäder in der Inselmitte. Bestaunen Sie auf den übergroßen Outdoor-Bildern die Kontraste der Landschaften, der Farben, der Jahreszeiten oder Tageszeiten. Radeln oder wandern Sie entlang dieser Ausstellung und lassen Sie sich von den einheimischen Künstlern inspirieren.

Künstler im Rampenlicht

SEEBAD ZEMPIN

  • „Uns olle Schaul“ (Fischerstr. 11)
  • Fremdenverkehrsamt
  • Kurplatz
  • Hafen am Achterwasser
Rosa Kühn

(geb. 28.05.1928 in Grünberg (Schlesien))

MOTIV IN ZEMPIN: PONY IN ZEMPIN

Im Jahre 1947 begann Rosa Kühn mit dem Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg bei Professor Max Drebus.

Sie war fasziniert von den Aquarellen Otto Niemeyer-Holsteins (ONH) und lernte ihn auch persönlich kennen. Er sollte ihr Lehrer sein, entschied sie 1948 nach einigen Wochen Sommeraufenthalt in Lüttenort.

Im März des folgenden Jahres zog sie nach Lüttenort, zwischen Zempin und Koserow. In der bescheidenen Unterkunft und den improvisierten Verhältnissen bei Otto Niemeyer-Holstein und seiner Frau lernte sie in den Jahren von 1948 bis 1952 das einfache Leben kennen. Dort war sie zunächst zahlende Schülerin, aber auch Mädchen für alles, um von der Malerei vom „Käpt´n“, wie der Maler genannt wurde, zu lernen

In den Diskussionen über Kunst zwischen dem Ückeritzer Maler Otto Manigk und ONH lernte sie die für sie wichtige Sicht und Einstellung zur Kunst.

Aber nicht nur die Malerei verband diese drei Menschen, sondern auch die Musik. Fast 25 Jahre lang, bis zum Tod von Otto Manigk, musizierte das Trio regelmäßig an jedem Freitag. Rosa Kühn spielte Klavier, Otto Manigk 1. Violine und ONH 2. Violine. Im Jahre 1952 zog Rosa Kühn nach Zempin, in den Inselhof.

Im Jahre 1954 zog Rosa Kühn in ein Wohnhaus an der Hauptstraße in Zempin, das ONH aus dem Transformatorenhaus der Zempiner Flak - Schule umgebaut hatte. Wegen der Form nannte er es „Torrino“, das Türmchen. So blieb sie viele Jahre seine Mieterin.

In den Verband „Bildender Künstler“ wurde sie im Jahre 1952 aufgenommen.

Die Lebensgemeinschaft mit Otto Manigk seit 1960 und die Geburt des gemeinsamen Sohnes Antonio im Jahre 1961 bedeutete für beide Künstler Anregung und belebende Schaffenskraft.

Sie begann ab 1966 mit der Keramikmalerei. 1990 wurde sie Mitglied im Künstlerbund MV.

2005 zog sie nach Bansin in eine Anlage für betreutes Wohnen. Dort fühlt sie sich recht wohl.

 

 

Kurt-Heinz Sieger

* 1917 Görlitz + 2002 Zempin

MOTIV IN ZEMPIN: STRANDLEBEN

Sein letzter Wohnsitz war seit 1980 das Seebad Zempin. Sein Atelier- und Wohnhaus steht außerhalb des Ortes in der Hexenheide.

Sieger arbeitete vielseitig, von baugebundener Kunst, über Ölmalerei, Tempera, bis Kohle und Kreide reicht seine Spannweite. Besonders hat er sich mit dem Menschen beschäftigt. Seine Kindheit und Jugend, die er fast ausschließlich in Heimen und einer guten Handvoll von Pflegefamilien verbrachte, hat deutliche Spuren in seinen Bildern hinterlassen. Fast alle seiner Gestalten stehen scheinbar beziehungslos nebeneinander, seine Farbskala bewegt sich fast ausschließlich im gedeckten Bereich, die großen Flächen aber sind stark differenziert gemalt. Seine großen Vorbilder Cézanne und Hans von Marées sind allenthalben zu spüren, Picassos Einfluss ist nicht zu übersehen. Erst in seinem Spätwerk tauchen Ideen Francis Bacons auf, in diesem britischen Vorbild scheint er den idealen Ideengeber seiner Empfindungen gesehen zu haben und das drückt er auch in kräftigeren Farben aus. Eine Verbindung zu den „Usedomer Malern“ konnte er einerseits durch seine späte Übersiedlung auf die Insel nicht mehr herstellen, zum anderen aber ist er der Geselligkeit und dem intensiven Gedankenaustausch dieser illustren Gesellschaft sehr fern gewesen.

In den späteren Jahren entdeckte er für sich Pastellkreide und luftige Motive - nicht zuletzt auch ein Zugeständnis an den Publikumsgeschmack. Hierzu fand er "neben den vielen Akt- und Strandbildern" reichlich Motive auf der Insel Usedom.

Wolfgang Max

* 07.10.1950; + 22.12.2023

Er ist ein echtes Zempiner Kind und die Themen seiner Bilder zeigen die Motive der Umgebung seiner Insel.
1964, mit 14 Jahren, konnte er Otto Niemeyer-Holstein in seinem Atelier besuchen. Der Gedanke selbst zu malen, hat ihn dann wohl nicht mehr losgelassen. Den Tanzsaal im Waldhaus zum Zempiner Karneval auszugestalten, machte ihm viel Spaß und er konnte großflächig den Pinsel schwingen.

Der gelernte Werkzeugmacher begann sehr oft den Tag in der Früh schon fünf Uhr um zu malen, da er seine inneren Bilder auf die Leinwand bringen musste. Er probierte sich in verschiedenen Darstellungsarten aus. Die Farbigkeit und die Motivwahl strahlen Freude und Ausgeglichenheit aus, aber auch Nachdenken über die Natur und ihre Zusammenhänge.

Er schuf auch die Figuren am Eingang zu „Uns olle Schaul“ für die Ausstellungsräume in Zempin.

Der Heimatverein Zempin e.V. hat unter www.zempin-usedom-heimat.de einige der künstlerischen Werke vorgestellt.

Harald Herzel

* 1941 in Witzschdorf/Erzgebirge

MOTIVE IN ZEMPIN: ZEMPINER LANDSCHAFT „ZICKENBERG“ & DAS ROTE HAUS AM ACHTERWASSER

Matrose der Volksmarine der DDR, Bootsmann, Kunstpädagogikstudium, Tätigkeit als Kunsterzieher und im Kulturbereich, Fachschuldozent am ehem. Institut für Lehrerbildung in Potsdam, seit 1991 Dozent im Lehramtsstudiengang Kunst an der Universität Potsdam, Personalausstellungen in Zehdenick, Gransee, Oranienburg, Heringsdorf, Leinefelde, Heiligenstadt, Potsdam und Zempin.

Ausstellungsbeteiligung u.a. 1992 in Düsseldorf, 1993 in Wolfenbüttel, Personalausstellungen 1999 im Landtag Potsdam, „Traum und Trauma – 1981 –1999“ sowie „Märkische und Usedomer Landschaften“

Seit 2003 Sommerpleinairs mit Studenten und mit Eintritt in das Rentenalter privat im Ferienatelier „Kurt-Heinz Sieger“ in Zempin auf Usedom.

Unterstützung bei der Nachlasspflege des Künstiers K.-H. Sieger (1917 -2002).

Weitere Informationen: www.harald-herzel.de

Hugo Scheele

* 1881; - +1960

Der Künstler Hugo Scheele wurde am 15. Juni 1881 in Arnsberg im Sauerland geboren und studierte zunächst Humanmedizin in Leipzig, schaffte das Physikum. Doch sein eigentlicher Wunsch war es, Maler zu werden. Er durfte die Zeichenschule in Leipzig besuchen und absolvierte parallel eine Handelshochschule, da sein Vater ihm nach seinem Tod ein Vermögen hinterlassen wollte.

Von Leipzig aus ging er nach Düsseldorf, wo er unter Professor Grünwald und Gebhardt arbeitete, später nach Weimar bei Professor Olde, Ludwig von Hoffmann und Professor Thedy. 1905 lernte er Rosel Müller kennen, mit der er 1906 verlobte. Seine Studienreisen führten ihn nach Paris, Florenz und Griechenland. Vor dem Ersten Weltkrieg malte er in Griechenland. Während des Krieges diente er in Berlin und auf dem Balkan.

Gesundheitlich bedingt zog er 1923 an die Ostsee, kaufte in Zempin das Haus BALTICA. Als freischaffender Künstler lebte er vom Verkauf seiner Werke, wovon einige wurden in Museen aufgenommen. Nach dem Krieg malte er kleinere Formate und Ansichtskarten, um zu überleben. 1953 stellte er auf der DDR-Kunstausstellung aus, sein Gemälde „Landfrau von Usedom“ wurde gekauft, ist heute aber verschollen.

Seine Arbeiten zeigen die Natur, das Leben und die Geschichte Usedoms. Er war mit den „Usedomer“ Künstlern lose verbunden. Scheele starb 1960 in Greifswald und wurde in Eisenach beigesetzt. Er lebte fast 40 Jahre in Zempin, und sein Werk spiegelt die Schönheit der Insel wider.

Fast 40 Jahre hat er in Zempin gelebt und in seinem Werk finden wir viele typische Merkmale des kleinen Fischerortes Zempin und auch der Insel Usedom in Wort und Bild wieder. Sein Lebensmotto hat er wohl in seinem Gedicht zur „Krummen Kiefer“ in Zempin festgehalten:

„Vom Sturmwind geknickt,

leb ich gebückt –

doch strebend zum Licht

ergeb ich mich nicht.“

Otto Niemeyer-Holstein

1896 – 1984

war ein herausragender Künstler, der in den malerischen Bernsteinbädern auf der Insel Usedom tätig war. Bekannt für seine beeindruckenden Landschaften und Stillleben, fängt er in seinen Werken die natürliche Schönheit der Umgebung und die harmonischen Farben der Ostsee ein. In den letzten Jahren hat sich Niemeyer-Holstein verstärkt der Porträt- und Aktmalerei gewidmet.

Seine Porträts zeigen oft Menschen, die er gut kennt – die Bewohner der Insel und auch sich selbst. Dabei rückt die individuelle Persönlichkeit des Modells in den Hintergrund, um eine universelle Aussage über die Schönheit und Harmonie des menschlichen Körpers zu vermitteln.

Das Atelier von Otto Niemeyer-Holstein in Lüttenort ist nicht nur ein Ort der Kreativität, sondern auch ein Zeugnis seines künstlerischen Schaffens und seiner tiefen Verbundenheit mit der Insel Usedom. Hier können Besucher die Werke des Künstlers bewundern und einen Einblick in seine faszinierende Welt der Malerei gewinnen.

Norbert Krabbe

Motiv: versch. Mischtechniken


Der aus Demmin stammende Künstler Krabbe ist bekannt für seine abstrakten Malereien und Werke der Mischtechnik. In der Zeit von 1993 bis 1997 war er Mitglied der Künstlergruppe NORA, was ihm die Tür zu zahlreichen Ausstellungen in ganz Deutschland öffnete. Insbesondere während seiner intensiven Arbeit in der Künstlergruppe sind zahlreiche Arbeiten im Großformat einstanden, jedoch arbeitet Krabbe in seinen modernen Werken überwiegend im Kleinformat.
Aktuell sind seine Werke regelmäßig im Koserower Kunstsalon an der Karlstraße zu sehen.

Uta Jeran

Motiv: Bojen bei ONH


In ihrer Malerei behandelt Uta Jeran Themen wie Landschaft, Stilleben, Interieur, Porträt, Figur und Tier. Diese werden in ihrer expressiven Acrylmalerei verfremdet und abstrahiert, so dass neben düster-sensiblen Figuren arkadisch- lichtdurchflutete Landschaften entstehen.

Sie verwendet Acryl, um schneller ihrer Bildidee Form geben zu können, ergänzt die Technik dann durch Gouache und Öl. Hierbei nutzt sie einen impulsiven Pinselstrich, ein expressives Kolorit und erweitert dies durch die Collagetechnik.
In den Aquarellen hingegen zeigt Uta Jeran sehr zarte und reiche Farbnuancen, in den Siebdrucken klare und illustrierende Formen und Farben.
Neben den einzelnen Gemälden setzt sie sich immer wieder mit einem Thema auseinander und bearbeitet es variationsreich in Reihungen und Serien.

Susann Wittwer

1973 in Radebaul

Motiv: Himmelsaquarelle

Susann Wittwer wurde 1973 in Radebeul geboren und studierte an der Hochschule für Bildende Künste Dresden Malerei und Grafik, wobei sie 2000 ihr Diplom abschloss. Zwischen 2002 und 2004 absolvierte sie ein Aufbaustudium als Meisterschülerin bei Elke Hopfe, die 1945 geboren wurde. Seit 2004 ist Wittwer freiberuflich als Künstlerin tätig. Im Jahr 2006 nahm sie am VII. internationalen Künstlerpleinair im Atelier Otto Niemeyer-Holstein teil.

Seit längerer Zeit beschäftigt sich Susann Wittwer mit der Porträtmalerei. Ihre Gemälde sind jedoch nicht im Sinne von Passbildern zu verstehen, sondern eher als Bildnisse. Laut einem Bericht im Neuen Deutschland verdichtet sich in manchen ihrer Werke die Stille um den Menschen, vergleichbar mit Engeln, die bei Betenden sind. Gleichzeitig verwandelt sich das Modell, denn das Leben eines Menschen zeigt sich nicht nur in Beruf und Familie. Oft sind es kleine, scheinbar nebensächliche Leidenschaften, die im Moment der Ruhe sichtbar werden und das Wesen der Person unsichtbar gegenwärtig machen. Wittwer zeichnet sich durch eine kluge Ökonomie in ihrer Malweise aus, bei der dünn aufgetragene oder trocken hingekratzte Farben die Oberfläche ihrer Bilder bestimmen.

 

Ostseebad Koserow

  • Kurplatz
  • Seebrückenvorplatz
  • Bootshäfen am Achterwasser

zum Otto Niemeyer Holstein Kunstpfad in Koserow

Seebad Loddin/ Kölpinsee

  • Strandvorplatz Kölpinsee (am alten Kühlhaus)
  • Festplatz Loddin (am Hafen Loddin)
Walter Womacka

geb. am 22.12.1925 in Obergeorgenthal, Tschechoslowakei; † 18. September 2010 in Berlin

Motive in Loddin (am Hafen) in Kölpinsee (am alten Kühlhaus)
  • Blick auf das Achterwasser
  • Strandleben
  • Fischer bei der Arbeit
  • Am Strand
  • Blumengarten mit Torso
  • Boote am Strand

In einem sanften Licht, das die Küstenlandschaft von Loddin umhüllt, feiern wir das 100. Jubiläum eines künstlerischen Visionärs: Walter Womacka. Seine Werke mit Motiven aus Loddin und der Umgebung,  erzählen Geschichten von der Seele der Natur und der menschlichen Erfahrung.

Jeder Pinselstrich, jede Nuance, die Womacka in seinen Werken einfängt, spiegelt die Magie der Umgebung wider. Die Landschaft von Loddin, mit ihren sanften Hügeln und dem glitzernden Wasser, wird in seinen Bildern lebendig und erzählt von der tiefen Verbundenheit zwischen Mensch und Natur.

Anlässlich dieses besonderen Jubiläums erinnern wir uns an die zeitlose Kraft seiner Kunst, die uns dazu inspiriert, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Walter Womacka, ein Meister der Farben und Formen,  wird für immer ein Teil der träumerischen Landschaft von Loddin sein.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Womacka

 

OSTSEEBAD ÜCKERITZ

  • Schulstraße (an der Bushaltestelle)
  • Haupstraße an der alten Eiche
  • Am Hauptstrand
  • Am alten Kurplatz (Ortsmitte)
  • Sportboothafen am Achterwasser
  • Hafen Stagnieß