Einen Tag lang in den Bernsteinbädern unterwegs mit den Rangern des Naturparks Usedom

Für lila Blüten legen sie sich mächtig ins Zeug

Es frühlingt in den Bernsteinbädern. Überall grünt und blüht es zwischen Ostseedüne und Achterwasser. Die Buchen und Eichen treiben aus. Die Büsche sind bedeckt von zarten weißen und rosafarbenen Blüten.

Und der Waldboden ist übersät von kleinen blau-violetten Blumenmeeren. Hochzeit für die Naturpark-Ranger auf Usedom. Denn es ist höchste Zeit für die Naturpflege.

 

Der kleine Kubota-Trekker knattert leise vor sich hin. Die Sonne hat sich heute hinter den Wolken versteckt. Bleigrau hängen sie über dem Kölpinsee. Es sieht nach Regen aus. „Wäre gut, wenn die Natur noch ein bisschen was abbekäme“, meint Frank Schröder vom Naturpark Insel Usedom. Als einer von vier Naturpark-Rangern kümmert er sich um den knapp 590 km2 großen Naturpark auf der Insel nebst angrenzendem Festlandgürtel.

An diesem Frühlingsmorgen sind sie zu dritt und mit schwerem Gerät auf die Orchideenwiese in Kölpinsee angerückt. Denn für die kleinen lila Blüten, die dort jedes Jahr im Mai und Juni blühen, legen sich die Naturpark-Ranger mächtig ins Zeug. Sven Peck, der den Trekker einmal über die aufgewühlte Wiese direkt am See gelenkt hat, schüttelt mit dem Kopf. Die blinde Dackeldame Lotti, die immer mittenmang ist, wackelt aufgeregt mit dem Schwanz. „Sobald ich in die Nähe des Schilfs komme, sackt er“, verkündet der einstige Gartenbauer Peck. „Da ist mal wieder unser Improvisationstalent gefragt“, scherzt sein Kollege Frank Schröder.

Für diesen Fall wartet im Hänger des Park-Pickups eine alte Egge auf ihren Einsatz. Mit ihr im Schlepptau versucht Sven Peck auf dem Trekker die aufgewühlten Radspuren glattzuziehen, die der große Traktor der Unteren Naturschutzbehörde bei der Schilfmahd hinterlassen hat. Und auch die riesigen Maulwurfshügel, die sich überall auf der 1,2 ha große Fläche verteilen, nimmt er mit dem Eisengestell gleich mit. Frank Schröder und Karsten Iden harken derweil die restlichen Grasnarben glatt. „Wir haben hier eine grundlose Sumpfwiese und damit die Orchideen nicht vom Schilf überwuchert werden, muss die Wiese zweimal im Jahr gepflegt werden“, erklärt der erfahrene Ranger. Seit 40 Jahren engagiert sich Frank Schröder schon beim Naturpark für die schützenswerten Flecken auf Usedom. Er ist es auch, der die Einsätze in den einzelnen Bereichen, wie hier im Bernsteinbad Loddin, plant und koordiniert.

Wenn die Wiese am Kölpinsee blüht, leuchtet sie schon von Weitem kräftig Violett. „Im vergangenen Jahr wurden 6666 Blüten des Breitblättrigen Knabenkrautes hier gezählt“, sagt er stolz. Das Breitblättrige Knabenkraut gehört zu einer der seltensten Orchideenarten, die auf der Insel Usedom gedeihen. Auf der Wiese am Kölpinsee in Loddin und auf einer weiteren am Achterwasser in Zempin sind sie alljährlich im Frühsommer in den Bernsteinbädern zu bestaunen. Die kleine Orchideenart ist anspruchsvoll. Sie liebt einen feuchten und sonnigen Standort. Die Wiese am Kölpinsee sei daher ideal, sagt Schröder.

 

 

Zu den Aufgaben der Naturpark-Ranger gehört aber nicht nur die Pflege der Orchideenwiese. Auch die Instandhaltung und Beschilderung der Wanderwege entlang des Streckelsberges rund um Koserow und im Wald rund um den Wockninsee, der zum Bernsteinbad Ückeritz gehört, stehen auf dem Aufgabenplan des Usedomer Naturparks. „Das machen wir vor allem im Herbst und im Frühjahr. Denn in der Saison sind wir vor allem mit Naturparkwanderungen oder Radtouren beschäftigt“, erzählt der Naturpark-Ranger.

 

Ein weiteres, großes Aufgabenfeld der Ranger ist das Monitoring verschiedener Tierarten. „Biber, Fledermäuse, Falter, Adler, Specht - die Zahl der gefährdeten Arten wird ganz genau festgehalten“, erklärt Sven Peck. Dazu ist die Insel in Kacheln eingeteilt. Jedes Jahr wird in einer anderen Kachel gezählt. „Dazu müssen wir beispielsweise bei den Fledermäusen einmal in der Woche die Batterien und die Chipkarten in den Detektoren austauschen“, beschreibt Frank Schröder.

Zu den Aufgaben der Naturpark-Ranger gehört aber nicht nur die Pflege der Orchideenwiese. Auch die Instandhaltung und Beschilderung der Wanderwege entlang des Streckelsberges rund um Koserow und im Wald rund um den Wockninsee, der zum Bernsteinbad Ückeritz gehört, stehen auf dem Aufgabenplan des Usedomer Naturparks. „Das machen wir vor allem im Herbst und im Frühjahr. Denn in der Saison sind wir vor allem mit Naturparkwanderungen oder Radtouren beschäftigt“, erzählt der Naturpark-Ranger.

 

Ein weiteres, großes Aufgabenfeld der Ranger ist das Monitoring verschiedener Tierarten. „Biber, Fledermäuse, Falter, Adler, Specht - die Zahl der gefährdeten Arten wird ganz genau festgehalten“, erklärt Sven Peck. Dazu ist die Insel in Kacheln eingeteilt. Jedes Jahr wird in einer anderen Kachel gezählt. „Dazu müssen wir beispielsweise bei den Fledermäusen einmal in der Woche die Batterien und die Chipkarten in den Detektoren austauschen“, beschreibt Frank Schröder.

 

Wer Naturpark-Ranger werden möchte, sollte, laut Schröder, zumindest einen Berufsabschluss in einem grünen Beruf - Landwirt, Forstwirt, Gartenwirt oder Fischwirt - in der Tasche haben. „Dann kann er die Ausbildung zum staatlich geprüften Natur- und Landschaftspfleger machen und am Ende bei uns im Naturpark Usedom als Naturpark-Ranger arbeiten.“

 

Die drei Park-Ranger auf der Orchideenwiese werden an diesem Tag noch viel zu tun haben, bis sie die Fläche für die kleinen, lilafarbenen Blüten präpariert haben. Wo der Trekker nicht hinkommt, muss die Grasnarbe per Hand mit Rechen oder Hacke glattgezogen werden. „Wir haben immer was zu tun und kein Tag ist wie der andere.“ Frank Schröder lacht, denn er liebt es, draußen in der Natur unterwegs zu sein. Er ist morgens oft der erste vor Ort, genießt die Ruhe, lässt die Einsamkeit auf sich wirken. Sein absoluter Glücksort? „Die Aussichtskanzel am Wockninsee bei Sonnenaufgang“, verrät er. Wenn sich dann ein Eisvogel blicken lässt, ist der Tag perfekt.

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